Besuchen Sie die Vernissage in Sprendlingen

Bernasko und Wald – Eine gemeinsame Ausstellung
In ihrer gemeinsamen Ausstellungen, die sie seit 2023 konzipieren, suchen die beiden Künstler nach Gegenüberstellungen, die Inhalt und Atmosphäre ihrer Bilder aus zwei unterschiedlichen Aspekten beleuchten. So ergeben sich gerade aus vermeintlichen Gegensätzen besonders spannende Kombinationen. Wir freuen uns sehr darauf, dies zu zeigen:
Vernissage „Nähe aus Distanz“
am 24. Juni 2025
Beratungscenter Dreieich-Sprendlingen
Offenbacher Str. 2, 63303 Dreieich-Sprendlingen
Andreas Wald bevorzugt häufig kleinere Formate, die in ihrem Aufbau akribisch geplant (Skizzen) und mit realistischer Detailtreue ausgearbeitet sind. Trotz des kleinen Formats besitzen diese Bilder eine gewisse Monumentalität, mit der sie in Dialog zu Bernaskos Bildern in größerem Format treten können. Das größere Format hingegen antwortet mit Vereinfachungen in der Figuration, gestischen und eher spontan gesetzten Bildelementen.
Walds Bilder folgen einer klaren realistischen Formensprache, die eher einen kühlen und sachlichen Blick erwarten lässt. In der Auswahl der Motive, ihrer Kombination untereinander sowie der Farbwahl und der Lichtsetzung erzeugen die Bilder jedoch eine ganz besondere Atmosphäre von Melancholie, sie geben Hinweise auf das Leben der ehemaligen Bewohner dieser Orte. Die Gestalten in Martina Bernaskos Bildern wiederum sind als ehemalige Bewohner denkbar, sie befinden sich in Bewegung, sind eilend, flüchtend, fliegend, schwebend, häufig einander zugewandt. Hier verstärken eine reduzierte Farbigkeit und Figurenanschnitte den Eindruck innerer Rastlosigkeit, die im Kontrast zu den verlassenen und ruhigen Architekturen Walds stehen.
In ähnlicher Weise ist auch eine Gegenüberstellung der „Verzweigungen“ Walds zu den „Flussbildern“ Bernaskos angedacht, hier scheinen die Gestalten in das Zweigengewirr eindringen oder es überwinden zu wollen. So ist auch hier die inhaltliche Verzahnung unserer Bildwelten erkennbar, sie ist wesentliches Thema sowie Konzept unserer gemeinsamen Ausstellungsarbeit.
Aus dem ständigen Dialog ihrer Bilder ergeben sich auch Veränderungen in der Herangehensweise. Während Wald von einer naturnahen und detailreichen Malweise kommt und seit kurzem mit Vereinfachungen und Abstraktionen spielt, arbeitet Bernasko an naturnaheren Formen der Darstellung. So liegen bei Andreas Wald beispielsweise monochrome Hintergründe unter Verzweigungen, die ihrerseits ebenfalls in Form und Farbe freier gestaltet sind und sich damit von einer naturalistischen Malweise entfernen. Martina Bernaskos Figuren weisen in den neuen Arbeiten hingegen naturnahere Formen auf, zu sehen an Füßen und Beinen oder in den Umrissen einiger Gestalten. In den dazu angelegten Hintergründen bleiben Architekturen weiterhin nur angedeutet.
Der Grenzgang zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit ist formal gesehen Konzept. Inhaltlich wird dies untermauert durch den besonderen Blick auf menschliches Befinden. Sowohl Wald als auch Bernasko beschränken sich auf Andeutungen (Abstraktionen), die Raum lassen für unterschiedliche Empfindungen. Besonders in ihren neueren Bildern loten sie Gemeinsamkeiten in Gegenüberstellungen aus, beziehen sich aufeinander oder antworten auf die Arbeiten des anderen.
Von großer Bedeutung ist für beide der Raum, in dem sie ihre Bilder ausstellen. Jeder Raum erfordert eine eigene, auf ihn zugeschnittene Hängung, die einen Dialog zwischen ihren Arbeiten erlaubt und unterstützt.
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