Sicher bezahlen beim Online-Shopping: Zahlungsarten und Tipps

Erika Waibel
Erika Waibel

Die neuen Schuhe sind gefunden, das Geburtstagsgeschenk liegt im Warenkorb. Jetzt noch schnell bezahlen – aber wie? Ob Rechnung, Lastschrift oder Kreditkarte: Jede Zahlungsart hat ihre Besonderheiten. Wichtig ist es, auf Sicherheit zu achten.

Wie bezahlt man aber sicher beim Online-Shopping?

In aller Kürze:

  • Prüfen Sie den Anbieter,
  • vermeiden Sie Vorkasse per Überweisung bei unbekannten Shops und
  • bestätigen Sie nur selbst ausgelöste Zahlungen.

Beim Rechnungskauf zahlen Sie erst nach Erhalt der Ware.

Lastschrift, Kreditkarte und Bezahldienste bieten unterschiedliche Rückgabe- oder Reklamationsmöglichkeiten

Keine Zahlungsart schützt jedoch vor jedem Risiko.

Die erste Prüfung: Der Shop

Gute Produktbilder, bekannte Logos und begeisterte Bewertungen: Auch ein Fake-Shop kann auf den ersten Blick seriös wirken. Ein Fake-Shop ist ein betrügerischer Online-Shop, der einen echten Händler vortäuscht. Prüfen Sie unbekannte Anbieter deshalb genauer – auch wenn Sie über eine Anzeige oder eine Suchmaschine auf das Angebot gestoßen sind.

  • Internetadresse ansehen: Passt die Adresse zum Händler? Ungewohnte Zusätze oder kleine Schreibabweichungen können auf eine nachgebaute Seite hindeuten.
  • Anbieter prüfen: Sind Unternehmensname, Anschrift und Kontaktmöglichkeiten nachvollziehbar? Ein vorhandenes Impressum allein ist noch kein Beweis für Seriosität – Angaben können kopiert sein.
  • Erfahrungen außerhalb des Shops suchen: Gibt es unabhängige Bewertungen oder Warnungen? Verlassen Sie sich nicht nur auf die Kundenstimmen auf der Verkaufsseite.
  • Preis und Zahlungsarten hinterfragen: Ist ein gefragtes Produkt auffällig günstig? Werden zunächst mehrere Zahlungsarten beworben, am Ende bleibt aber nur die Überweisung vorab? Dann besser nicht bestellen.

Gut zu wissen: „https“ in der Adresszeile bedeutet, dass Daten verschlüsselt übertragen werden. Es bedeutet nicht, dass der Shop vertrauenswürdig ist. Auch betrügerische Seiten können eine verschlüsselte Verbindung nutzen. Weitere Hinweise finden Sie auf unserer Seite Online sicher einkaufen.

Die zweite Prüfung: Die Zahlungsart

Für die Auswahl helfen zwei Fragen: Bezahlen Sie vor oder nach der Lieferung? Und was können Sie tun, wenn Ware ausbleibt oder eine Abbuchung nicht stimmt? Die folgenden Unterschiede sind dabei wichtig.

Kauf auf Rechnung

Erst ansehen, dann bezahlen

Beim klassischen Rechnungskauf...

… bezahlen Sie erst nach Erhalt der Ware. So vermeiden Sie, Geld vorab zu überweisen und vergeblich auf das Paket zu warten. Achten Sie auf das Zahlungsziel. Wenn Sie etwas zurückschicken, prüfen Sie, ob der Händler und gegebenenfalls der Rechnungsdienstleister die Retoure berücksichtigt haben. Eine Rücksendung pausiert die Zahlungsfrist nicht automatisch. 

Lastschrift

Mit Möglichkeit zur Rückgabe

Mit einer SEPA-Basislastschrift ...

… erlauben Sie dem Zahlungsempfänger, Geld von Ihrem Konto einzuziehen. Eine so genehmigte Lastschrift können Sie innerhalb von acht Wochen nach der Belastung ohne Angabe von Gründen zurückgeben lassen. Eine Rückbuchung hebt den Kaufvertrag jedoch nicht auf: Eine berechtigte Forderung bleibt bestehen. Melden Sie unbekannte oder unberechtigte Abbuchungen Ihrer Bank unverzüglich. 

Kreditkarte

Zusätzliche Prüfung und Reklamation

Beim Online-Bezahlen mit Kreditkarte...

… kann eine zusätzliche Bestätigung nötig sein, etwa über Mastercard® Identity Check™ oder Visa Secure. Sie schützt vor unbefugter Nutzung, ist aber keine Garantie für die Lieferung. Bleibt die Ware aus, ist unter bestimmten Voraussetzungen eine Rückbelastung möglich, das sogenannte Chargeback. Fragen Sie frühzeitig bei der Bank nach, die Ihre Karte ausgegeben hat. Nachweise und Fristen hängen vom Einzelfall ab; eine Rückzahlung ist nicht garantiert. 

Bezahldienste

Käuferschutz mit Bedingungen

Bezahldienste können ...

… den Einkauf erleichtern und je nach Anbieter Käuferschutz bieten. Prüfen Sie, für welche Waren und Zahlungsarten dieser gilt und welche Meldefristen Sie einhalten müssen. Nutzen Sie für Einkäufe keine Funktion für private Geldsendungen, wenn dadurch der Käuferschutz entfällt. Wichtig bleibt: Ein bekanntes Zahlungslogo allein macht einen Shop nicht vertrauenswürdig. 

Vorkasse per Überweisung

Bei unbekannten Shops lieber nicht

Bei Vorkasse ...

… überweisen Sie, bevor Sie die Ware erhalten. Ist das Geld bereits beim Empfänger, lässt es sich nicht einfach wie eine Lastschrift zurückbuchen. Bei einem unbekannten Shop ist diese Zahlungsart deshalb besonders riskant. Gibt es Zweifel an der Seriosität und keine geeignete Alternative, ist der beste nächste Klick manchmal der zum Schließen der Seite. 

Zahlung freigeben: Betrag und Auftrag genau prüfen

Das Smartphone meldet sich, die Freigabe-App öffnet sich – ein Fingertipp, fertig. Gerade weil das schnell geht, lohnt sich ein bewusster Blick: Stimmen Betrag, Zahlungsempfänger und Auftragsart mit Ihrem Einkauf überein? Bei Kartenzahlungen kann statt des Händlers ein Zahlungsabwickler angezeigt werden. Ist Ihnen eine Angabe unklar, klären Sie sie vor der Bestätigung.

Die wichtigste Regel: Bestätigen Sie keinen Auftrag, den Sie nicht selbst ausgelöst haben. Eine unerwartete Geräteaktivierung ist keine harmlose Bestätigung für einen Einkauf. Geben Sie TANs, Freigabecodes und Passwörter niemals am Telefon oder per Nachricht weiter. Die zusätzliche Sicherheitsprüfung schützt die Zahlung – sie bestätigt nicht, dass der Händler zuverlässig liefert.

Phishing erkennen: Vorsicht bei Paket- und Zahlungsnachrichten

Wer etwas bestellt hat, rechnet mit einer Versandnachricht. Genau das nutzen Kriminelle aus: Eine SMS kündigt angebliche Zustellprobleme an, eine E-Mail verlangt eine kleine Nachzahlung oder eine Nachricht fordert dazu auf, Zahlungsdaten erneut einzugeben. Über den Link geht es dann auf eine gefälschte Seite. Solche Versuche, vertrauliche Daten mit täuschend echten Nachrichten abzugreifen, heißen Phishing.

Folgen Sie bei Zweifeln nicht dem Nachrichtenlink. Öffnen Sie die bekannte App oder geben Sie die Händleradresse selbst im Browser ein und prüfen Sie dort den Bestellstatus. Dasselbe gilt für vermeintliche Sicherheitsnachrichten Ihrer Bank oder eines Bezahldienstes. Halten Sie Geräte und Apps aktuell. Nutzen Sie für jedes Konto ein eigenes starkes Passwort und, wo angeboten, eine Zwei-Faktor-Authentifizierung – also eine Anmeldung mit einem zusätzlichen Sicherheitsnachweis. Schützen Sie besonders Ihr E-Mail-Konto: Darüber lassen sich häufig Passwörter anderer Dienste zurücksetzen.

Black Friday und Rabattaktionen: Der Countdown darf warten

„Nur noch wenige verfügbar“, „Angebot endet gleich“: Solche Hinweise sollen die Entscheidung beschleunigen. Gerade rund um Black Friday oder beim Geschenkekauf lohnt es sich, kurz Abstand zu nehmen. Vergleichen Sie den Gesamtpreis inklusive Versand, prüfen Sie den Anbieter und entscheiden Sie erst dann über die Zahlungsart. Ein Rabatt ist kein guter Grund, bei der Sicherheit eine Ausnahme zu machen.

Checkliste: Sechs Fragen vor dem Bezahlen

  1. Habe ich die Internetadresse und den Anbieter geprüft?
  2. Wirken Preis, Lieferbarkeit und unabhängige Bewertungen plausibel?
  3. Weiß ich, welche Möglichkeiten meine Zahlungsart bei Problemen bietet?
  4. Bin ich über einen nachvollziehbaren Weg zur Bezahlseite gelangt – ohne verdächtigen Nachrichtenlink?
  5. Stimmen die angezeigten Freigabedaten mit meinem selbst ausgelösten Auftrag überein?
  6. Habe ich Bestellbestätigung, Rechnung und gegebenenfalls das Angebot gespeichert?

Verdacht auf Betrug beim Online-Shopping: Was jetzt wichtig ist

Auch wer aufmerksam ist, kann auf einen täuschend echten Shop oder eine gefälschte Nachricht hereinfallen. Entscheidend ist dann, schnell zu reagieren. Warten Sie bei einem konkreten Betrugsverdacht nicht erst mehrere Tage auf eine Antwort des Händlers. 

  1. Bank oder Zahlungsdienst kontaktieren: Schildern Sie den Vorfall sofort. Bei einer Überweisung kann die Bank prüfen, ob ein Rückruf noch möglich ist. Bei Karten- oder Bezahldienstzahlungen kommen je nach Fall eine Reklamation oder ein Käuferschutzantrag infrage. Ein Erfolg ist nicht garantiert. 
  2. Betroffene Zugänge sichern: Lassen Sie Karte oder OnlineBanking bei möglichem Missbrauch unverzüglich sperren. Verwenden Sie dafür bekannte, unabhängig geprüfte Kontaktwege – nicht die Telefonnummer aus einer verdächtigen Nachricht. Ändern Sie betroffene Passwörter von einem vertrauenswürdigen Gerät aus. 
  3. Beweise aufbewahren: Sichern Sie Shopadresse, Screenshots, Bestellunterlagen, Zahlungsnachweise und Nachrichten. 
  4. Anzeige erstatten und Umsätze kontrollieren: Melden Sie den Betrug der Polizei und prüfen Sie weitere Konto- und Kartenbewegungen. Unbekannte Zahlungen sollten Sie Ihrer Bank unverzüglich mitteilen.

Mit Aufmerksamkeit einkaufen – und mit Fragen nicht allein bleiben

Online einkaufen darf unkompliziert sein. Den Shop prüfen, die Zahlungsart bewusst wählen und Freigaben genau ansehen: Diese drei Gewohnheiten helfen, Risiken zu verringern. Sie haben Fragen zum Bezahlen mit Ihrer Karte oder zum Schutz Ihres OnlineBankings? Wir bei der VR Bank Dreieich-Offenbach eG sind für Sie da. Weitere Tipps finden Sie unter Online sicher einkaufen.

Häufig gestellte Fragen – FAQ

Beim klassischen Rechnungskauf zahlen Sie erst nach Erhalt der Ware und müssen den Kaufpreis nicht vorstrecken. Lastschrift, Kreditkarte und Bezahldienste bieten je nach Verfahren Rückgabe- oder Reklamationsmöglichkeiten. Ob diese greifen, hängt vom Fall und den jeweiligen Bedingungen ab. 

Nein. HTTPS verschlüsselt die Datenübertragung, bestätigt aber nicht die Seriosität des Händlers. Prüfen Sie zusätzlich Internetadresse, Anbieterangaben, unabhängige Erfahrungen und die tatsächlich verfügbaren Zahlungsarten.

Geben Sie den Auftrag nicht frei. Prüfen Sie, ob Sie den Vorgang selbst ausgelöst haben, und kontaktieren Sie bei Unklarheiten Ihre Bank über einen bekannten Kontaktweg. Haben Sie bereits einen verdächtigen Auftrag bestätigt oder Zugangsdaten preisgegeben, melden Sie dies sofort und lassen Sie betroffene Zugänge sichern.

Eine Erstattung ist nicht garantiert. Sie hängt unter anderem von Zahlungsart, Zeitpunkt und davon ab, ob Sie die Zahlung selbst genehmigt haben. Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank oder den Zahlungsdienst. Eine selbst veranlasste Überweisung lässt sich nicht einfach zurückbuchen. Bei anderen Verfahren können Rückgabe-, Reklamations- oder Käuferschutzmöglichkeiten bestehen. 

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