Vernissage Andreas Goldmann: Ein Fotograf aus Leidenschaft

„Ich habe noch nicht alles fotografiert, aber es steht auf meiner Liste.“
VR Bank Dreieich-Offenbach eG lädt zur Vernissage Andreas Goldmann ein
Andreas Goldmann (* 1956) hat einen vielseitigen beruflichen Werdegang hinter sich und fotografiert aus Leidenschaft. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften arbeitete er als Jurist und Manager bei Alcatel, bevor er im Jahr 1999 sein eigenes Beratungsunternehmen gründete. Dieses baute er mit Partnern in den USA, Kanada und Südafrika auf und leitet es bis heute. Derzeit wird das Unternehmen an die nächste Generation übergeben.
Seine Begeisterung für die Fotografie wurde früh geweckt, als er 1966 zur Erstkommunion seine erste Kodak Instamatic geschenkt bekam. Während des Jurastudiums nahm er sein erstes fotografisches Projekt in Angriff, das sich mit Tankstellen beschäftigte. Daraus entstand schließlich eine kleine Ausstellung in einer Galerie in Freiburg. Als er Vater wurde und im Beruf mehr Verantwortung übernahm, fiel es ihm jedoch schwer, Zeit für die Fotografie zu finden.
Anfang der 1990er Jahre verkaufte er schließlich seine gesamte Ausrüstung
Fotografie neu entdeckt
2017 entdeckte Andreas Goldmann die Fotografie neu und stürzte sich in verschiedene Projekte, die seinen kreativen Weg widerspiegeln. Zu seinen aktuellen Arbeiten zählt „Kann Susan Sontag Instagram?”, in dem er der Frage nachgeht, inwieweit Sontags Thesen von 1977 im Zeitalter des Smartphones noch gelten. „Die Insel“ (Osthafen Frankfurt) ist eine seit 2017 ununterbrochene Dokumentation des Teils des Osthafens, der im Volksmund „Insel“ genannt wird. „Memento Mori I und II“, in denen er versucht, das Vergängliche an verwelkten Tulpen und beschädigten neoklassizistischen Skulpturen einzufangen. In „Roadkill” und „Überall und Nirgendwo” die sich nur mit Dreieich beschäftigen verfolgt Goldmann seine Idee, nur das zu fotografieren, was er wirklich kennt und was in seiner unmittelbaren Umgebung existiert.
Als Fotograf muss er die großen Themen nicht in der Ferne suchen, um sie als fremde, exotische Motive zu konsumieren. Die interessanten Themen liegen vor der eigenen Haustür – man muss nur bereit sein, genau hinzusehen, sie über lange Zeit zu beobachten, zu befragen und zu verstehen. Das gilt auch für sein neuestes Projekt: Seit knapp drei Jahren beschäftigt er sich mit den Kois im Botanischen Garten Frankfurt – nicht, um etwas Schönes zu kopieren, sondern um das Wesen der Kois zu erfassen, ihre Ruhe und die Eleganz ihrer Bewegungen
,‚Ich bin überzeugt, dass das gedruckte Foto bleibt, und lege deshalb größten Wert auf die Qualität meiner Abzüge. Ich möchte Bilder, die man anfassen möchte, deren Papier, Korn und Oberfläche man spürt. Der Druck soll körperlich wirken, nicht nur als Bild auf einem Schirm’’, sagt Andreas Goldmann.
Dahinter steht die Idee, dass die Wirkung eines Fotos von mehr abhängt als von dem Bild, das der Fotograf im Moment des Auslösens vor Augen hatte. Die Stimmung des Betrachters und der Betrachtungsmoment entscheiden mit, was man in einem Bild sieht. Schon beim nächsten Hinsehen kann etwas Neues auftauchen, während Früheres verblasst. Deshalb wünscht er sich Betrachter, die das Bild ein Stück weit selbst zu Ende erzählen
Ablauf & Infos – alles auf einen Blick
| Punkt | Information |
|---|---|
| Termin | Dienstag, 3. November 2026, 19 Uhr |
| Treffpunkt | Beratungscenter der VR Bank Dreieich-Offenbach eG in Dreieich-Sprendlingen
Offenbacher Str. 2, 63303 Dreieich-Sprendlingen |
| Anmeldung | Der Besuch der Vernissage ist kostenlos
Eine Anmeldung ist erforderlich |